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Gesundheitserziehung / Gesundheitsförderung

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Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

Darmkrebs-Präventionspreis 2017 wird für Arbeit zur Rolle von Bakterien bei der Darmkrebsentstehung vergeben

Der Darmkrebs-Präventionspreis 2017 geht an Dr. Erik Thiele Orberg vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Der Wissenschaftler erhält den Preis für seine Untersuchungen zur Rolle des Bakteriums Bacteroides fragilis bei der Entstehung von Dickdarmkrebs. Die Ergebnisse dieser Arbeiten könnten wegweisend für die Entwicklung besserer Methoden für das Screening und die Vorsorge bei dieser häufigen Krebserkrankung sein. Der Darmkrebs-Präventionspreis wird von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Stiftung LebensBlicke und der Deutschen Krebsstiftung für herausragende Projekte und Untersuchungen im Bereich der Darmkrebsprävention vergeben. Die Preisverleihung findet am 7. Juni 2018 anlässlich des vierten German Cancer Survivors Days in Berlin statt.

Bereits während der Geburt beginnt die Besiedlung des Magen-Darm-Traktes mit den verschiedensten Mikroorganismen. Der Dickdarm ist mit bis zu über 1.000 Keimen pro Gramm Stuhl der am dichtesten besiedelte Abschnitt. Zu den Hauptkomponenten der bakteriellen Stuhlflora zählen Vertreter der Familie der Bacteroidaceae. Das enterotoxische Bacteroides fragilis (ETBF) kann Krankheiten auslösen und kommt in mehr als 50 Prozent der Darmkrebspatienten vor. Im Mausmodell führt die Infektion mit ETBF zu einer erhöhten Produktion des Botenstoffes Interleukin-17; in der Folge kommt es zu einer verstärkten Immunantwort und zur Bildung von Tumoren im Dickdarm. Der Preisträger konnte durch seine Arbeit zeigen, dass Interleukin-17 im Tumormilieu zu einer Anreicherung von myeloischen Zellen, insbesondere von sogenannten myeloischen Suppressorzellen, führt. Diese Vorläufer der Blutzellen fördern eine chronische Entzündung, sie unterdrücken die zelluläre Immunabwehr und unterstützen die Versorgung des Tumors mit Wachstumsfaktoren.

Dass EBTF nicht nur in Mäusen, sondern auch im Menschen an der Darmkrebsentstehung beteiligt ist, belegt eine zweite zeitgleich erschienene Untersuchung: Sie zeigt, dass im Darm von Patienten mit einer erblichen Form von Dickdarmkrebs, der familiären adenomatösen Polyposis, neben EBTF auch verstärkt pathogene Escherichia coli-Stämme vorkommen. Untersucht man den mikrobiellen Besatz der Darmschleimhaut in den Biopsieproben dieser Patienten, findet man eine drastische Anreicherung dieser Bakterien. Die Kolonisierung beider Stämme im Mausmodell führt zu einer hohen Zahl an Tumoren im Darm der Mäuse.

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Pressekontakt

Dr. Katrin Mugele
Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.
Tel: 030 3229329-60
E-Mail: mugele(at)krebsgesellschaft.de

Pia Edinger
Geschäftsstelle der Stiftung LebensBlicke
Tel: 0621 690853-88
E-Mail: pia.edinger(at)lebensblicke.de


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