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Migration, Flucht und Gesundheit

Migration und öffentliche Gesundheit

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Gertrud Wagemann

Verständnis fördert Heilung

Der religiöse Hintergrund von Patienten aus unterschiedlichen Kulturen

Schlagwort(e): Gesundheitswesen, Interkulturelle Kompetenz, Religion

Ein Leitfaden für Ärzte, Pflegekräfte, Berater und Betreuer

Durch die Zunahme der Flüchtlingszahlen in den letzten Jahren ist das Bewusstsein des medizinischen und therapeutischen Personals im Gesundheits- und Sozialwesen für die religiösen und kulturellen Hintergründe dieser Menschen deutlich gewachsen. Allerdings stellen die Migrantinnen und Migranten eine sehr heterogene Gruppe dar, deren Vielfalt sich in Fluchterfahrungen, Aufenthaltsdauer, Staatsangehörigkeit, rechtlichem Status, Alter und Religionszughörigkeit zeigt. Diese Pluralität spiegelt sich auch in der unterschiedlichen Wahrnehmung und Inanspruchnahme von medizinischen und therapeutischen Gesundheitsleistungen wider. So sind gerade in der Arzt-Patienten-Kommunikation sprachliche sowie kulturelle und religiöse Hindernisse zu überwinden.

Der Ratgeber „Verständnis fördert Heilung“ von Gertrud Wagemann kann an dieser Stelle helfen, die Kommunikation zu erleichtern. Das Buch beschreibt in jedem der 14 nach Religionen gegliederten Kapitel die Grundzüge der religiösen Weltanschauung, Bräuche, Familienstrukturen, Ernährungsgewohnheiten sowie medizinische Besonderheiten. So findet man viel Wissenswertes über Aleviten, Buddhisten, Juden, Muslime und Hindus. Ein ausführliches Kapitel beschreibt die unterschiedlichen katholischen, evangelischen, freikirchlichen und orthodoxen christlichen Gemeinschaften. Darüber hinaus stellt das kleine Nachschlagewerk auch unbekanntere Glaubensgemeinschaften wie die Baha`i, Daoisten, Shintoisten, Sikhs oder Jesiden vor und erklärt die Bedürfnisse von Anhängern afrikanischer Naturreligionen. In zwei weiteren Kapiteln werden Besonderheiten ethnischer Gemeinschaften wie der Kurden, Sinti und Roma beschrieben. Der Leser erfährt einiges über Fastenregeln, die nicht nur in christlichen und islamischen Religionen eine große Rolle spielen, und er erhält Hinweise zu Hygienevorschriften sowie über den unterschiedlichen Umgang mit Geburt und Tod.

Insbesondere weist der Ratgeber auf kulturelle Vorschriften hin, die Einfluss auf die medizinische Behandlung haben, wie die Haltung der Patienten zu Transfusionen und Transplantationen oder zu Ernährungsvorschriften. So sind zum Beispiel viele Buddhisten oder Sikhs Vegetarier, während in anderen Religionsgemeinschaften wie bei den Aleviten, Muslimen oder Juden kein Schweinefleisch gegessen wird. Auch die verschiedenen Rollen der Familienmitglieder können sich auf die Arzt-Patienten-Beziehung auswirken.Ein besonderer Abschnitt im Kapitel Naturreligionen betrifft das Problem der „Beschneidung“ von Mädchen, die in Teilen Afrikas aber auch in anderen Regionen der Welt und sogar in Deutschland immer noch praktiziert wird.

Für mich trägt der Ratgeber mit seiner übersichtlichen und klaren Gliederung dazu bei, die kultursensible Versorgung im Gesundheits- und Sozialwesen wesentlich zu verbessern. Er sollte im ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Alltag genauso wie in der Ausbildung medizinscher Berufe Beachtung finden.
(Rezensiert von Dr. Adela Litschel)

Titelseite des Leitfadens: Verständnis fördert Heilung

Weitere Informationen:

Verlag Wissenschaft und Bildung,
neu durchgesehene und aktualisierte Auflage 2016
128 Seiten,
ISBN 978-3-86135-299-0
16 Euro
Buchbestellung unter:
http://www.vwb-verlag.com/Katalog/m292.html


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