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Migration, Flucht und Gesundheit

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BAMF-Forschungszentrum

Geflüchtete Frauen in Deutschland: Sprache, Bildung und Arbeitsmarkt

BAMF-Kurzanalyse 1/2017

Schlagwort(e): Arbeit, Bildung, Frauen, Geflüchtete

Das BAMF-Forschungszentrum legt eine neue Kurzanalyse zur Situation geflüchteter Frauen in Deutschland vor. Dabei werden wissenschaftliche Erhebungen mit Daten aus Verwaltungsstatistiken verknüpft. Die Ergebnisse zeigen: Geflüchtete Frauen sind hoch motiviert zur gesellschaftlichen Teilhabe, benötigen aber aufgrund von „Startnachteilen“ besondere Unterstützung.

Ein wesentlicher Befund der Kurzanalyse ist, dass Nachteile geflüchteter Frauen bei der mitgebrachten Schul- und Berufsbildung sowie beim Spracherwerb in Deutschland offenbar dadurch entstehen, dass sie schlechter als Männer Zugang zu entsprechenden Institutionen und Bildungsgängen finden. Ist hingegen der Einstieg erfolgt, sind die messbaren Erfolge denen der Männer vergleichbar. Dies zeigt sich u.a. bei den bundesweiten Integrationskursen, die geflüchtete Frauen derzeit noch unterdurchschnittlich häufig und in größerem zeitlichem Abstand zur Einreise besuchen. Das BAMF setzt an dieser Stelle besonders an, um Frauen die Teilnahme an den Kursen zu ermöglichen, u. a. durch die seit diesem Jahr wieder verstärkte begleitende Kinderbetreuung. Das Angebot der „niederschwellligen Frauenkurse“ ermöglicht Frauen, die noch keinen Integrationskurs besuchen können oder wollen, eine erste Orientierung am Ankunftsort, darunter auch schon Asylbewerberinnen mit noch nicht abgeschlossenem Verfahren.

Die Erwerbsbeteiligung geflüchteter Frauen in Deutschland ist im Vergleich zu geflüchteten Männern und auch zu anderen Bevölkerungsgruppen deutlich geringer. Gleichzeitig ist das Ausmaß der Teilzeit- und geringfügigen Beschäftigung höher, was jedoch generell bei Frauen der Fall ist. Die Erwerbstätigkeit ist deutlich auf bestimmte Branchen konzentriert, u. a. das Reinigungs- sowie das Tourismus-, Hotel- und Gaststättengewerbe. Vermutlich liegt die Ursache für die insgesamt nachteilige Arbeitsmarktposition weiblicher Flüchtlinge in einer Kumulation mehrerer Faktoren (schlechtere Qualifikationen, weniger Erwerbserfahrung, geringere/spätere Beteiligung am Spracherwerb, familiäre Verpflichtungen). Der Wunsch nach Erwerbstätigkeit ist jedoch bei einer deutlichen Mehrheit der Frauen vorhanden.

Titelseite der BAMF-Kurzanalyse: Geflüchtete Frauen in Deutschland: Sprache, Bildung und Arbeitsmarkt

Worbs, Susanne/Baraulina, Tatjana (2017): Geflüchtete Frauen in Deutschland: Sprache, Bildung und Arbeitsmarkt. Ausgabe 1|2017 der Kurzanalysen des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg.
Herausgeber:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Frankenstr. 210, 90461 Nürnberg
info(at)bamf.bund.de, www.bamf.de, Tel. +49 911 943 - 0,
Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge kostenlos herausgegeben.
Die Kurzanalyse zum Download: http://www.bamf.de/...
Kontakt:
susanne.worbs(at)bamf.bund.de; tatjana.baraulina(at)bamf.bund.de


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