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Migration, Flucht und Gesundheit

Migration und öffentliche Gesundheit

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Lars P Hölzel, Zivile Ries, Levente Kriston, Jörg Dirmaier, Jördis M Zill, Christine Rummel-Kluge, Wilhelm Niebling, Isaac Bermejo, Martin Härter

Effects of culture-sensitive adaptation of patient information material on usefulness in migrants: a multicentre, blinded randomised controlled tria

Deutschlandweite Studie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Migranten

Schlagwort(e): Forschung, Gesundheitsversorgung, Kultursensibilität, Migration, Psychotherapie

Logo: Universitätsklinikum Freiburg

In Deutschland leben laut statistischem Bundesamt rund 17,1 Millionen Migranten. Im Hinblick auf die medizinische Betreuung dieser Personengruppe steht das deutsche Gesundheitswesen vor einer großen Herausforderung. Viele Patienten werden nur unzureichend von den bestehenden Gesundheitsangeboten erreicht. Augenscheinlichster Grund hierfür sind Sprachbarrieren. Diese können durch die Übersetzung von Patientenmaterialien vordergründig überwunden werden. Doch reicht eine einfache Translation bei gesundheitlichen Themen wirklich aus oder müssen auch kulturelle Unterschiede berücksichtigt werden?

Diese Frage stellt eine Studie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg in Zusammenarbeit mit vier weiteren medizinischen Instituten. An der 14-monatigen Untersuchung nahmen Hausärzte sowie Patienten mit türkischem, polnischem, russischem und italienischem Migrationshintergrund mit der Diagnose einer depressiven Störung oder chronischem Kreuzschmerz teil. Ohne Kenntnis von Arzt und Proband wurden per Zufall standardübersetzte oder kultursensitive Informationen ausgegeben. So erhielten türkische Patienten mit Rückenleiden etwa den kulturell motivierten Hinweis, dass eine therapeutische Sportempfehlung keine alltäglichen Belastungen wie Haus-  und Handwerksarbeit einschließt. Auch bei der Auswahl der Sportmöglichkeiten gab es Modifikationen, um die Akzeptanz zu erhöhen. Statt Fitnessstudio und Schwimmen wurde diesen Betroffenen Spaziergehen und Fahrradfahren angeraten.  

Das Ergebnis der Studie: Die Patientenmaterialien, die kulturell angepasst waren, halfen vornehmlich jenen Probanden, die mit der deutschen Kultur nur wenig vertraut waren. „Diese Erkenntnis ist in der aktuellen Flüchtlingssituation umso bedeutsamer“ erklärt Projektleiter Dr. Lars Hölzel, Leitender Psychologe der Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad. „Die medizinische Versorgung migrierter Patienten kann durch kultursensitive Materialien deutlich verbessert werden“. Zum einen helfen diese dabei, eine informierte Entscheidungen über die eigene Gesundheit zu treffen. Zum anderen wird die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessert - und das bei einem geringen Aufwand für den behandelnden Mediziner.

Die Studie ist im Dezember 2016 im British Medical Journal Open (BMJO) erschienen:
http://bmjopen.bmj.com/content/6/11/e012008.full?ijkey=SWLB9nezwEzpt9n&keytype=ref
Studie als PDF: http://bmjopen.bmj.com/content/bmjopen/6/11/e012008.full.pdf

Kontakt:
Der Projektleiter der Studie Dr. Lars Hölzel über
artikoo PR für Kultur und Marken, Dr. Silke Rommelfanger
Fleischergasse 7, 60487 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 84 77 99 92
E-Mail: s.rommelfanger(at)artikoo.de


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