Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Migration, Flucht und Gesundheit

Migration und öffentliche Gesundheit

Seiteninhalt

Maximiliane Jansky, Sonja Owusu-Boakye, Friedemann Nauck

Palliative Versorgung von Menschen mit türkischem oder arabischem Migrationshintergrund in Niedersachsen

Eine Befragung spezialisierter Palliativversorger

Schlagwort(e): Forschung, Gesundheitsversorgung, Palliativmedizin, Türkische Herkunft

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz - Ausgabe 1/2017

Hintergrund und Ziele
Menschen mit Migrationshintergrund (MH) stellen einen bedeutenden Anteil an der bundesdeutschen Bevölkerung. Ob und wie sie spezialisierte Palliativversorgung (SPV) in Anspruch nehmen, ist für Deutschland nicht untersucht. Ziel der Studie war es, die aktuelle SPV von Menschen mit türkischem oder arabischem MH (als größte Gruppe von Menschen mit MH mit zugeschriebener gemeinsamer Kultur) in Niedersachsen aus Sicht der Palliativversorger zu untersuchen.

Methoden
Alle Mitarbeiter in niedersächsischen Institutionen der SPV ( n = 90) wurden eingeladen, online einen anonymen Fragebogen auszufüllen, der geschlossene und offene Fragen zur Versorgung dieser Patientengruppe, der Versorgung des letzten Patienten mit türkischem oder arabischem MH sowie Ressourcen und Strategien in der Versorgung enthielt. Die Antworten wurden deskriptiv statistisch und inhaltsanalytisch ausgewertet.

Ergebnisse
55 SPV-Versorger nahmen an der Befragung teil (überwiegend Pflegende, Alter zwischen 40 und 60 Jahren). Ein Fünftel hatte im letzten Jahr keinen Patienten mit türkischem oder arabischem MH versorgt. 84,6 % gaben an, weniger Patienten zu versorgen, als angesichts der Bevölkerungsstruktur angemessen wäre. In der Versorgung waren vor allem Kommunikationsschwierigkeiten, aber auch Schwierigkeiten im Umgang mit der Familie und in der Organisation und Planung der Versorgung prävalent. Nur 21 % der Teilnehmer hatten Zugang zu Übersetzern.

Diskussion
Patienten mit türkischem oder arabischem MH scheinen in der SPV unterrepräsentiert zu sein. Die Häufigkeit von Kommunikationsschwierigkeiten zeigt die Notwendigkeit verlässlicher, leicht erreichbarer Dolmetscherstrukturen. Die überwiegende Nennung psychosozialer Problembereiche zeigt, wie wichtig der ganzheitliche Ansatz der SPV gerade für schwer kranke Patienten mit türkischem oder arabischem MH ist.

Titelseite des Bundesgesundheitsblatts

Weitere Informationen und Zugang zur Zusammenfassung und zum Volltext

https://www.springermedizin.de/...


zurück zur Übersicht

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Maarweg 149 - 161 / 50825 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300 /
E-Mail:
poststelle(at)bzga.de / E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order(at)bzga.de / Die BZgA auf Twitter

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.