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Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM-Institut)

Wer befürwortet ein Kopftuchverbot in Deutschland?

DeZIM Research NotesBerlin, den 30. August 2019

Schlagwort(e): Islam, Muslime, Mädchen

Autor*innen: Naika Foroutan, Mara Simon und Coskun Canan in Zusammenarbeit mit Frank Kalter und Sabrina Zajak

Aktuell wird in Deutschland wieder über ein Kopftuchverbot diskutiert. Die CDU-FDP-Landesregierung von Nordrhein-Westfalen überlegt bereits seit mehr als einem Jahr, hierzu eine Gesetzesvorlage einzubringen. Diesmal handelt es sich jedoch nicht um ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen, sondern um ein Verbot des Kopftuchs für Grundschülerinnen. Mehrere Politiker*innen lassen ein Kopftuchverbot - konkret für Mädchen unter 14 Jahren prüfen und die Organisation Terre de Femmes hat bereits ein juristisches Gutachten vorgelegt, um ein entsprechendes Gesetz voranzubringen. Es gibt allerdings überparteilich sowohl Fürsprachen als auch Gegenpositionen zu einem Kopftuchverbot für Schülerinnen.

In der Diskussion fehlt es nicht an Argumenten, sondern an empirischen Grundlagen und datenbasierten Erkenntnissen, zur Einstellung der Bevölkerung zu dieser politischen Frage. Wie beurteilen Menschen in unterschiedlichen Bundesländern ein mögliches Kopftuchverbot bei Schülerinnen? Wie stehen Männer und Frauen zu dieser Frage? Und gibt es bei Jugendlichen, die von einem solchen Verbot in ihrem Alltag stärker betroffen wären, andere Positionen als bei älteren Menschen? Zu wissen, wie die Bevölkerung in Deutschland zu einem Kopftuchverbot bei Schülerinnen steht, würde evtl. auch die Entscheidungsfindung bei Politiker*innen in dieser schwerwiegenden Frage erleichtern.

Das DeZIM-Institut fragte in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage 7.233 Menschen zu Beginn des Jahres unter anderem nach einer Zustimmung bzw. Ablehnung zur Aussage: „Es sollte verboten sein, dass muslimische Schülerinnen in der Schule Kopftuch tragen.“ Von denen, die die Frage beantworteten, stimmen 37,3 Prozent einem Verbot ’voll und ganz’ oder ’eher’ zu.

Die Mehrzahl der Befragten in Deutschland, 62,7 Prozent, ist gegen ein Kopftuchverbot für muslimische Schülerinnen in der Schule. Frauen lehnen ein Kopftuchverbot häufiger ab als Männer. Es gibt deutliche Unterschiede nach Bundesländern und: besonders stark positionieren sich Schüler und Schülerinnen gegen ein Kopftuchverbot. Mit knapp 90% sind somit genau jene Personen, die tatsächlich ein Kopftuchverbot am stärksten spüren würden, gegen Verbots-Überlegungen - auch wenn dies nicht alle gleichermaßen, sondern nur ihre muslimischen Mitschülerinnen treffen würde.

Kurzanalyse unter:
https://www.dezim-institut.de/fileadmin/user_upload/Presse/DRN/DRN_01_190830_3einseitig.pdf

N.Foroutan / M.Simon /c. canan (2019):Wer befürwortet ein Kopftuchverbot in Deutschland? DeZIM Research Notes - DRN #1/19. Berlin: DeZIM-Institut

Herausgeber:
Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM-Institut)
Mauerstraße 76, 10117 Berlin
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