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Migration, Flucht und Gesundheit

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Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg

Wissenschaft im Caravan

Neues Angebot für Flüchtlingskinder der Uni Halle und Bayer-Stiftung

Schlagwort(e): Bildung, Geflüchtete, Jugend, Kinder

Der naturwissenschaftliche Unterricht für Schulklassen mit Flüchtlingskindern steht im Zentrum einer neuen Initiative von Biodidaktikern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Bayer Science & Education Foundation. Mit einem eigens umgebauten Wohnwagen fahren die Wissenschaftler an Schulen in Sachsen-Anhalt und führen Projektwochen zum Thema „Der menschliche Körper“ durch. Die Bayer-Stiftungen fördern das Projekt mit 117.000 Euro für drei Jahre. Die erste Projektwoche beginnt am Montag, 12. Dezember, in der Sekundarschule Kastanienallee in Halle.

Das mobile Schülerlabor „Science4Life mobile Lab“ soll dabei helfen, eine Lücke in der Bildung von Kindern mit Migrations- oder Fluchthintergrund zu schließen: Je nach Bundesland und Schule existieren zwar Angebote zum Spracherwerb für die Kinder und Jugendlichen. „Bisher gibt es aber kaum sprachsensible Materialien für den Fachunterricht, zum Beispiel den naturwissenschaftlichen Unterricht“, sagt Martin Lindner, Projektleiter und Professor für Biodidaktik an der MLU. „Dabei liefern gerade Experimente und Versuche hervorragende Anlässe, sich miteinander auszutauschen.“ Das Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren und ist für Schulen mit sogenannten Willkommensklassen gedacht. Das sind Schulklassen mit jugendlichen Geflüchteten.

Im Rahmen des Projekts soll den Schülerinnen und Schülern grundlegendes Wissen über den menschlichen Körper vermittelt werden - dazu gehören zum Beispiel Themen wie Hygiene, Sexualität und auch Drogen. Gleichzeitig können die Jugendlichen ihre neu erworbenen Sprachkenntnisse direkt anwenden. „Unser Hauptziel ist aber, die Jugendlichen zum rationalen, naturwissenschaftlichen Denken und Argumentieren anzuregen“, so Lindner weiter. Dadurch könnten die Schülerinnen und Schüler auch besser an der naturwissenschaftlich-technisch geprägten Gesellschaft teilhaben. Konkret gestaltet sich die Arbeit der Biodidaktiker so, dass sie mit dem mobilen Labor an Schulen in Sachsen-Anhalt fahren, in denen es Willkommensklassen gibt. Eine Woche lang finden dann verschiedene Projekte und Workshops statt. Gemeinsam mit drei Lehrenden der MLU führen Lehrer und Schüler Experimente durch und untersuchen zum Beispiel, wie viele Bakterien sich auf einer gewaschenen und auf einer ungewaschenen Hand nachweisen lassen. Zusätzlich werden den Lehrern und Schülern Unterrichtsmaterialien auf Deutsch, Englisch und Arabisch zur Verfügung gestellt. Während der Projektwochen selbst wird das Team durch Geflüchtete aus Halle unterstützt, die als Übersetzer tätig sein werden.

Der Caravan ist aber nicht nur für Schüler gedacht: „Viele Lehrerinnen und Lehrer sind derzeit im Umgang mit Kindern von Geflüchteten noch ungeübt und ängstlich“, so Lindner weiter. Im Rahmen des Projekts werden auch weitere naturwissenschaftliche Unterrichtsmodule angeboten. Die Materialien stammen aus sogenannten Science Camps, die die Arbeitsgruppe von Martin Lindner seit mehreren Jahren in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein veranstaltet. Grundkonzept der Ferienlager ist es, dass die Teilnehmenden ihre eigenen Forschungsfragen zu aktuellen, gesellschaftlich relevanten naturwissenschaftlichen Phänomen beantworten und dabei die Möglichkeit zur beruflichen Orientierung erhalten.

Weitere Informationen:
http://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=2648
Kontakt:
Prof. Dr. Martin Lindner, Institut für Biologie, Didaktik der Biologie
Telefon: +49 345 55-26400, martin.lindner(at)biodidaktik.uni-halle.de


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