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Startseite | Migration, Flucht und GesundheitMaterialienDie Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland

Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Die Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland

Auswertung der Online-Umfrage 2018

Schlagwort(e):Diskriminierung, Forschung, Rassismus, Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Autorinnen: Johanna Karpenstein und Tobias Klaus

Der Bundesfachverband umF hat im Herbst 2018 eine Online-Umfrage unter Fachkräften der Kinder-und Jugendhilfe zur Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge durchgeführt, die nun ausgewertet vorliegt.

Gegenüber dem Vorjahr haben sich Verbesserungen bei der Bewertung der Qualität der Hilfen sowie des Bildungszugang ergeben. Auch sind Verbesserungen im Bereich der Qualifizierung und der Arbeitszufriedenheit der Fachkräfte zu verzeichnen. Es besteht jedoch weiterhin dringender Verbesserungsbedarf. Dies zeigen insbesondere die weiterhin schlechten Bewertungen der Versorgung bei psychischen Erkrankungen, nur 22 Prozent bewerten diese als gut oder sehr gut, und der Bildungssituation junger Volljähriger, die nur 30,4 Prozent als gut oder sehr guteinstufen.

Der verschärfte gesellschaftliche und politische Diskurs gegenüber Geflüchteten schlägt sich negativ nieder. Mehr Fachkräfte als noch in 2017 geben an, dass Jugendliche oft oder sehr oft durch Rassismuserfahrungen belastet sind (2018: 33,4 %, 2017: 26,5 %) und das Jugendliche aus Angst vor Abschiebungen untertauchen bzw. abgängig sind (2018: 50,9 %, 2017: 46,3 %). Aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten (95,4 %), die Trennung von der Familie (90,6 %) und die Angst vor der Zukunft (84,3 %) werden von den Befragten weiterhin am häufigsten als alltagsrelevante Beeinträchtigung genannt.

Große Veränderungen haben sich auch dadurch ergeben, dass der Anteil junger Volljähriger, die im Rahmen der Kinder und Jugendhilfe weiterbetreut werden, stark zugenommen hat. Knapp 40 Prozent der Befragten geben an, dass die jungen Menschen im Anschluss an die Jugendhilfe bei ihnen vor Ort i.d.R.in Gemeinschafts-und Obdachlosenunterkünften untergebracht werden, wodurch bisher erzielte Lernerfolge und Stabilisierungen massiv gefährdet werden.

Sehr schlecht bewerten die Fachkräfte den Rechtsschutz der Minderjährigen bei der Alterseinschätzung und der Entscheidung, an welchen Ort sie nach der Einreise verteilt werden. Nur 7,8 Prozent der Befragten geben an, dass die jungen Menschen gut oder sehr gut gegen fehlerhafte Alterseinschätzungen vorgehen können. Nur 6,2 Prozent der Befragten geben an, dass die jungen Menschen wirksam gegen Verteilentscheidungen vorgehen können - etwa wenn sie an Orten leben möchten, an denen Angehörige und Freunde sind.

Online-Umfrage als PDF unter:
https://b-umf.de/src/wp-content/uploads/2019/05/2019_05_20_auswertung-bumf-online-umfrage-2018.pdf
Kontakt:
Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V.
Paulsenstraße 55-56, 12163 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 / 82 09 743 -0
E-Mail: info(at)b-umf.de, www.b-umf.de
Berlin, Mai 2019


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