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Startseite | Migration, Flucht und GesundheitMaterialienKinder im Asyl- und Rückkehrprozess

UNICEF

Kinder im Asyl- und Rückkehrprozess

Neuer UNICEF-Bericht zur Berücksichtigung ihrer Interessen und ihres Wohls

Schlagwort(e):Asyl, Asyl- und Migrationsrecht, Forschung, Geflüchtete, Kinder

Geflüchtete und migrierte Kinder haben ein Recht auf besonderen Schutz und Hilfe. Doch nicht alle der Mädchen und Jungen, die in Europa Zuflucht suchen, haben ein Bleiberecht, sondern müssen in ihre Heimat oder ein Drittland zurückkehren. UNICEF hat in einer qualitativen Studie den Umgang mit Kindern in Asyl-, Rückkehr- und Reintegrationsprozessen untersucht. Der Bericht „Child-sensitive return“ zeigt, dass auch in Deutschland das Wohl von Kindern bei Entscheidungen in den einzelnen Prozessen noch nicht umfassend und nicht vorrangig berücksichtigt wird.

Vor diesem Hintergrund unterstreicht UNICEF Deutschland, dass das Prinzip des Kindeswohls in allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, vorrangig behandelt werden muss. Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen zum Umgang mit Kindern in Asyl- und Rückkehrprozessen:

  • Bevor es zu einer Entscheidung im Asylverfahren kommt, ist ein verbindliches und multidisziplinäres Verfahren zur Bestimmung des Kindeswohls unerlässlich, bei dem die Familiensituation und die Lebensumstände des Kindes, die Situation im Herkunftsland, die Meinung des Kindes sowie kindspezifische Gründe für die Flucht oder Migration berücksichtigt werden müssen. Dazu sollten gezielt Informationen über die Kinderrechtssituation in den betreffenden Ländern und Regionen eingeholt und zur Entscheidungsgrundlage herangezogen werden.
  • Die bundesweite Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und anderer internationaler und nationaler Grundsätze und Richtlinien muss überprüfbar sein. Dafür sollten rechtsverbindliche Standards im Asylprozess sowie bei der Rückkehr und Reintegration entwickelt und umgesetzt werden.
  • Die Datenerhebung zu geflüchteten und migrierten Kindern im Rahmen der freiwilligen und erzwungenen Rückkehr sollte verbessert werden. Dazu ist die zentrale Entwicklung und Umsetzung eines einheitlichen Monitoring- und Evaluationskonzepts notwendig. Damit lässt sich die Umsetzung der Kinderrechte nachverfolgen und „good-practice“-Beispiele auswerten.
  • Für jedes Kind, das in sein Herkunftsland (oder ein Transitland) zurückkehrt, sollte ein individueller Plan für die Reintegration erstellt werden. Bei der Planung sollten unter anderem die Rechte auf Schutz, Bildung, Gesundheit, Teilhabe, Nichtdiskriminierung und Entwicklung sowie die finanzielle Situation, das Alter und Geschlecht des Kindes berücksichtigt werden.
  • Kinder dürfen aufgrund ihres Aufenthaltsstatus nicht inhaftiert werden. Praktische Alternativen zur Inhaftierung von Minderjährigen müssen konsequent auf- und ausgebaut werden.
  • Familien sollen niemals durch Inhaftierung oder Abschiebung getrennt werden.

Die Untersuchung ist Teil eines länderübergreifenden Forschungsprojektes von UNICEF zum Kindeswohl in Asyl-, Rückkehr- und Reintegrationsprozessen in Schweden, den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland. Die Ergebnisse für Deutschland basieren auf einer Analyse der rechtlichen Situation, der Auswertung verfügbarer Daten und Studien zu dem Thema sowie 18 Experteninterviews. Die Interviews wurden im März und April 2019 von UNICEF Deutschland und SINUS durchgeführt.

Weitere Informationen und Downloadmöglichkeit:
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2019/kinder-im-asyl-rueckkehrprozess/203158
Kontakt:
E-Mail:


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