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Startseite | Migration, Flucht und GesundheitMaterialienNotfallhilfe im Krankenhaus für Menschen ohne Papiere

Bundesarbeitsgruppe Gesundheit/Illegalität

Notfallhilfe im Krankenhaus für Menschen ohne Papiere

Aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze; August 2019

Schlagwort(e):Geflüchtete, Gesundheitsversorgung, Illegalität

In der Bundesarbeitsgruppe Gesundheit/Illegalität haben sich über 100 Organisationen und Einzelpersonen aus der medizinischen Praxis, aus Kirchen und Wohlfahrtsverbänden, der Wissenschaft, Kommunen und nichtstaatlichen Organisationen zusammengeschlossen. Viele Mitgliedsorganisationen leisten notdürftig humanitäre medizinische Hilfe für unversorgte Menschen ohne Papiere. Die BAG hat sich zur Aufgabe gemacht, in der Öffentlichkeit und in der politischen Diskussion für einen ungehinderten Zugang zum Gesundheitssystem unabhängig vom Aufenthaltstitel einzutreten. Mit dem neuen Arbeitspapier Notfallhilfe im Krankenhaus für Menschen ohne Papiere setzt die BAG ihre Veröffentlichungsreihe mit fachpolitischen Empfehlungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen ohne Papiere fort.

Nach der geltenden Rechtslage sollte über den „Nothelferparagraphen“ (Paragraph 6a Asylbewerberleistungsgesetz) die Behandlung im Notfall gesichert sein. In der Praxis sieht es jedoch anders aus: Die BAG beobachtet bundesweit zwei zentrale Probleme: Erstens können die Menschen sich nicht ausreichend sicher sein, dass ihre Daten nicht an die Ausländerbehörde weitergereicht werden, wenn sie im Notfall ein Krankenhaus aufsuchen. Und zweitens greift eine Kostenerstattung durch das Sozialamt im Notfall nur in einem Bruchteil der Fälle. Teils wird deshalb den Betroffenen eine sofortige Behandlung im medizinisch notwendigen Umfang verwehrt.

Während sich für die ambulante medizinische Versorgung inzwischen bundesweit ein vielfältiges Netz medizinischer Anlaufstellen etabliert hat, die spendenbasiert und mit ehrenamtlichen Kräften eine notdürftige medizinische Primärversorgung anbieten können, stellen stationäre Behandlungen einen zentralen Versorgungsengpass für Menschen ohne Papiere dar - auch wenn hier ebenfalls oft individuell und auf Spendenbasis versucht wird, zu helfen. Zivilgesellschaftliches Engagement ist schwieriger umsetzbar, weil stationäre Behandlungen für eine Finanzierung durch Spenden oft zu teuer sind.

Online verfügbar unter:
https://www.diakonie.de/broschueren/gesundheitsversorgung-fuer-menschen-ohne-papiere/

Kontakt:
Die Koordination der Bundesarbeitsgruppe Gesundheit/Illegalität liegt derzeit bei der Diakonie Deutschland; Ansprechpersonen:
Dr. med. Anja Dieterich,
MPH Dr. Tomas Steffens, MPH
Zentrum Gesundheit, Rehabilitation und Pflege
Telefon: +49 (0)30 65211 1664,
E-Mail: anja.dieterich(at)diakonie.de
E-Mail: tomas.steffens(at)diakonie.de


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