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Startseite | Migration, Flucht und GesundheitMaterialienOstmigrantische Analogien I. Konkurrenz um Anerkennung

Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM-Institut)

Ostmigrantische Analogien I. Konkurrenz um Anerkennung

Stereotype, Abwertungsgefühle und Aufstiegskonflikte. Erste Ergebnisse einer bundesweiten Bevölkerungsbefragung

Schlagwort(e):13312, 14336, 20480, 5376, 8960

In einer repräsentativen bundesweiten Bevölkerungsbefragung, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, haben Wissenschaftler*innen des DeZIM-Instituts Abwertungs- und Anerkennungsprozesse von unterrepräsentierten Gruppen untersucht. Sie konzentrierten sich dabei auf zwei Gruppen, die besonders stark von struktureller Ausgrenzung, aber auch von sozialer Abwertung betroffen sind: Ostdeutsche und Muslim*innen. Die Wissenschaftler*innen kommen in der Studie zu dem Ergebnis, dass es tatsächlich einige wichtige Parallelen gibt, vor allem, wenn es um Stereotype geht, etwa, dass sich beide Gruppen häufig als Opfer sehen.

Ein weiterer Vorwurf, der sowohl Muslim*innen als auch Ostdeutschen in ähnlichem Maße gemacht wird, ist eine latente Extremismusnähe. 37,4 % der Westdeutschen sagen, Ostdeutsche distanzieren sich nicht genug vom Extremismus. Über Muslim*innen sagen das 43,3 % der Westdeutschen.

36,4 % der Westdeutschen finden außerdem, dass Ostdeutsche noch nicht richtig im heutigen Deutschland angekommen sind. Damit werden Ostdeutsche tendenziell ‚migrantisiert‘. Gegen Muslim*innen ist dieser Vorwurf sogar noch stärker: 58,6 % der Westdeutschen (und 66,6 % der Ostdeutschen) finden, Muslim*innen seien noch nicht richtig im heutigen Deutschland angekommen. Auch hiermit findet eine starke Externalisierung von Muslim*innen aus der deutschen Gesellschaft statt.

Eine weitere Fragestellung der Studie war es auch, herauszufinden, ob soziale Gruppen ein Problem damit haben, wenn eine andere soziale Gruppe aufsteigt. Hier zeigte sich ein sehr klarer Unterschied zwischen der Bewertung von Ostdeutschen und von Muslim*innen. Während Westdeutsche nichts dagegen hätten, wenn beispielweise mehr Ostdeutsche Führungspositionen bekleiden würden, hätte ein großer Teil der Westdeutschen (33,8 %) und ein noch größerer Teil der Ostdeutschen (47,6 %) ein schlechtes Gefühl, wenn mehr Muslim*innen in wichtige Führungspositionen auf dem Arbeitsmarkt kämen.

Ähnlich sieht es beim Thema Bildung aus: Während Bildungserfolge von Ostdeutschen kaum als Bedrohung wahrgenommen werden, stimmten 33,1 % der Westdeutschen und 40,4 % der Ostdeutschen der Aussage zu, dass man aufpassen müsse, dass Bildungserfolge von Muslim*innen nicht zu Lasten der Bildungschancen der Restbevölkerung gingen.

Projektteam:
Prof. Dr. Naika Foroutan, Prof. Dr. Frank Kalter, Dr. Coşkun Canan, Mara Simon. Unter Mitarbeit von Daniel Kubiak und Prof. Dr Sabrina Zajak.
ISBN: 978-3-948289-00-3

Weitere Informationen und Download der Studie, Methodenbericht und Methodendossier:
https://www.dezim-institut.de/das-dezim-institut/abteilung-konsens-konflikt/ost-migrantische-analogien-i-konkurrenz-um-anerkennung/


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