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Startseite | Migration, Flucht und GesundheitProjekte und IdeenSurveillance der Gesundheit und primärmedizinischen Versorgung von Asylsuchenden in Aufnahmeeinrichtungen: Konzept, Entwicklung und Implementierung

Stefan Nöst, Rosa Jahn, Frank Aluttis, Johannes Drepper, Stella Preussler, Markus Qreini, Jürgen Breckenkamp, Oliver Razum, Kayvan Bozorgmehr

Surveillance der Gesundheit und primärmedizinischen Versorgung von Asylsuchenden in Aufnahmeeinrichtungen: Konzept, Entwicklung und Implementierung

Schlagwort(e):Asyl, Forschung, Geflüchtete, Gesundheitsversorgung

Verlässliche Daten zur Gesundheit und medizinischen Versorgung von Asylsuchenden in Aufnahmeeinrichtungen sind für eine bedarfsorientierte Versorgungsplanung erforderlich, jedoch nicht regelhaft verfügbar. Die vorliegende Arbeit beschreibt das Konzept einer aktiven und integrierten Surveillance im Projekt PRICARE, die initialen Entwicklungsschritte sowie die Pilotierung und Implementierung der Dokumentations- und Surveillance-Software „Refugee Care Manager®“ (RefCare®), Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg.

Im Rahmen des Projekts PRICARE wurde die medizinische Dokumentation in Aufnahmeeinrichtungen mehrerer Bundesländer vereinheitlicht, digitalisiert und durch eine IT-Infrastruktur eine routinemäßige Surveillance ermöglicht. In drei Projektphasen wurden in einem iterativen und partizipativen Design die zentralen Elemente des Systems konzipiert, entwickelt und implementiert. (Förderung: Bundesministerium für Gesundheit (FKZ: 2516FSB415)).

Ergebnisse: Als Grundlage einer Surveillance wurde die Dokumentationssoftware Refugee Care Manager® (RefCare®) entwickelt und sukzessive in 13 Aufnahmeeinrichtungen in drei Bundesländern implementiert. Zur Umsetzung im Versorgungsalltag wurde eine IT-Infrastruktur aufgebaut und ein Datenschutzkonzept formuliert. Für die Surveillance wurde ein initialer Indikatorensatz entwickelt, der insgesamt 64 Indikatoren in vier Dimensionen umfasst: (1) Morbidität, (2) Versorgungsprozess, (3) Versorgungsqualität und (4) syndromische Surveillance.

Diskussion. Erstmalig wurde eine einheitliche und bundeslandübergreifende Infrastruktur zur ärztlichen Dokumentation und datenschutzkonformen Surveillance der Gesundheit und Versorgung Asylsuchender in der Versorgungspraxis umgesetzt. Die Surveillance erweist sich als machbar, der nachhaltige Nutzen einer routinemäßigen Surveillance sowie der Forschung im Verbund wird in einem nächsten Schritt untersucht.

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, Juli 2019, Volume 62, Issue 7, S. 881-892
https://doi.org/10.1007/s00103-019-02971-5
© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

https://link.springer.com/...

Weitere Informationen zu RefCare®:
https://www.pri.care/

Kontakt:
Prof. Dr. Kayvan Bozorgmehr
Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, AG Soziale Determinanten, Equity & Migration, Universitätsklinikum Heidelberg, INF 130.3, 69120 Heidelberg, Deutschland
kayvan.bozorgmehr(at)med.uni-heidelberg.de


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