1. Sprung zur Servicenavigation
  2. Sprung zur Hauptnavigation
  3. Sprung zur Unternavigation
  4. Sprung zum Inhalt
  5. Sprung zum Footer

Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum (MFH)

Training zum Istanbul Protokoll

Untersuchung und Dokumentation von Folter. Interdisziplinäre Begutachtung von Folterfolgen für aufenthaltsrechtliche Verfahren und Strafprozesse gegen Täter

Schlagwort(e):Fortbildung, Gewalt, Psychotherapie, Traumatisierung

Eine unbekannte Zahl der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten hat im Herkunftsland oder auf der Flucht schwere Gewalt und Folter überlebt. Viele sind psychisch schwer traumatisiert und zeigen neben körperlichen Symptomen auch massive psychosomatische Beschwerden. Vieles kann von der ärztlichen und psychologischen Dokumentation ihrer Folterspuren abhängen, mit der die betroffenen im Asylverfahren beweisen können, dass sie Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung erfahren haben und damit als besonders schutzbedürftig einzustufen sind. Auch entscheidet die Qualität der Dokumentation darüber, ob die Beweisführung auch Jahre später vor Gericht standhält, um die Täter für die begangenen Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Istanbul Protokoll bietet Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und Jurist*innen eine wichtige Handreichung zur umfassenden interdisziplinären Begutachtung von Folterspuren. Mit Fachvorträgen, Falldiskussionen und anhand praktischer anwendungsorientierter Übungen werden den Teilnehmer*innen des Expertentrainings die Standards zur systematischen und effektiven Identifizierung und gerichtsfesten Dokumentation in Fällen von Folter nahegebracht. Besondere Berücksichtigung finden dabei auch die „Standards zur Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren“ (SbPM).Vorträge, Arbeitseinheiten und Materialien des Expertentrainings sind teilweise in englischer Sprache mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche.

Zielgruppe
Die Fortbildung ist interdisziplinär ausgerichtet und richtet sich an: Rechtsmediziner*innen, Mediziner*innen der somatischen Disziplinen, Psychiater*innen, Psychotherapeut*innen, Psychosomatiker*innen, Jurist*innen und Mitarbeitende von Flüchtlingshilfe- und Menschenrechtsorganisationen, welche sich im Bereich der Dokumentation von Folter fortbilden möchten.

Die Akkreditierung der Fortbildung als ärztliche Fortbildung (zur Anerkennung von Fortbildungspunkten) wird beantragt.

Die Fortbildung wird veranstaltet von der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum; in Kooperation mit dem Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf, der LVR interkulturelle Ambulanz, dem Psychosozialen Zentrum Düsseldorf, der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfern und dem international Rehabilitation Council for Torture Victims IRCT.

Veranstaltungszeit:
13. November, 8 Uhr, bis 16. November 2019, 15.15 Uhr

Veranstaltungsort:
Aesculap Akademie, Gesundheitscampus Süd 11-13, 44801 Bochum

Kosten:
450 € (Normalpreis), 370 € (Early-Bird-Tarif - bis 30.6.19) und 350 € (ermäßigt)

Weitere Informationen und Programm:
https://mfh-bochum.de/wp-content/uploads/2019/04/Flyer-MFH-Fortbildung-Folterfolgen-letzte-Version.pdf  

Kontakt:
Tatjana Golinski, t.golinski(at)mfh-bochum.de; Telefon 0234-58801240.


zurück zur Übersicht